Seelsorge bei der BZE AG - katholisch

«Hoffnung ist eine unerschöpfliche Quelle der Kraft.»

Gabriela Inäbnit und Walter Amstad von der Betagtenseelsorge der katholischen Kirchgemeinde Emmen kümmern sich in ihrer Funktion um die Bewohnerinnen und Bewohner der Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG). Beide erzählen von ihrem Austausch, übers Zuhören und Dasein und darüber, wie kleine Momente des Glücks viel Freude bereiten können.

Bewohnerin Elisabeth Haller* sitzt in der zweithintersten Reihe der Kapelle des Alp Betagtenzentrums. Mit versonnenem Blick höcklet sie einfach dort und verweilt für einen Moment. Eben hat sie eine Kerze angezündet. Ein Ritual, das sie sich mehrmals die Woche gönnt und das ihr Ruhe, Sicherheit und ein gutes Gefühl gibt. So kann sie etwas tun: an ihre Kinder denken, für sie beten.

spüren
Nach einer Weile betritt Walter Amstad die Kapelle. Er ist katholischer Betagtenseelsorger im Alp Betagtenzentrum, hält samstags den Gottesdienst und schaut auch oft bei einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern vorbei für einen Schwatz. Bevor er sich für den Gottesdienst bereitmacht, hält er einen Moment inne, nimmt mit Frau Haller* Augenkontakt auf und setzt sich zu ihr. Sie kennen sich; wechseln ein paar Worte. Heute sind es keine grundlegenden Fragen über Gott und die Welt wie sonst manchmal, heute sprechen sie übers Mittagessen und die Grosskinder. Amstad: «Manchmal möchte die Bewohnerin einfach auch nur da sitzen. Das spürt man schnell.»

«Mitzuerleben, wie die Betagten nach der Feier glücklich und zufrieden den Raum verlassen, gibt mir viel.»
Walter Amstad, Betagtenseelsorger

zuhören
Seine Kollegin Gabriela Inäbnit ist ebenfalls Betagtenseelsorgerin für die katholische Kirche und im Emmenfeld unterwegs. Im Gegensatz zu Walter Amstad hat sie keine regelmässigen Zeitfenster vor Ort, sondern schaut öfters vorbei und ist immer sofort da, wenn sie gerufen wird. Gabriela Inäbnit: «Nicht selten, wenn ich gerufen werde, möchte der Bewohner oder die Bewohnerin mir etwas ganz Wichtiges sagen. Oft beschäftigt die Betagten die Angst vor dem Sterben, die Angst vor dem Tod. Auch die Angst, man werde nicht in den Himmel kommen, kommt vor.» Dann hört Gabriela Inäbnit zu: «Wir reden, beten zusammen, manchmal singen wir und ich bin einfach da. Wunder sind nicht möglich. Aber ich kann mir für die Menschen Zeit nehmen und sie können sich mir anvertrauen. Und sie wissen natürlich, dass das, was sie mir erzählen, bei mir bleibt.»

da sein
Liegt jemand im Sterben und wünscht ausdrücklich eine Krankensalbung, kann diese nur ein Priester spenden. Meistens genügt den Sterbenden aber eine Krankensegnung, das können auch Gabriela Inäbnit und Walter Amstad. Walter Amstad präzisiert: «Vor allem wenn ich die Person gut kenne, nehme ich mit den Angehörigen Kontakt auf und frage nach. Denn über die Zeit, die diese Person im Betagtenzentrum verbracht hat, konnten wir eine Beziehung aufbauen und ich kenne oft ihre Einstellung.» Gabriela Inäbnit ergänzt: «Auch nach dem Tod sind wir da. Wir begleiten, wenn dies gewünscht wird, die Angehörigen und sind selbstverständlich auch für sie da.»

freuen
Im Wechsel mit Marco Riedweg (Aushilfspriester), feiert Walter Amstad in beiden Häuser Gottesdienst: «Mitzuerleben, wie die Betagten nach der Feier glücklich und zufrieden den Raum verlassen, gibt mir viel. Ich lasse während des Gottesdienstes immer Musik laufen, meistens aus den Vierzigern. Musik ist eine Sprache, die alle verstehen. Nicht selten sehe ich Leute, die mit dem Fuss zur Musik mit wippen. Diese kleinen Momente des Glücks bereiten mir sehr viel Freude.»

Gabriela Inäbnit, Betagtenseelsorgerin: «Wir reden, beten zusammen, manchmal singen wir und ich bin einfach da. Wunder sind nicht möglich. Aber ich kann mir für die Menschen Zeit nehmen und sie können sich mir anvertrauen. Und sie wissen natürlich, dass das, was sie mir erzählen, bei mir bleibt.»
Gabriela Inäbnit, Betagtenseelsorgerin

glauben
Gabriela Inäbnit vermittelt den Menschen Hoffnung: «Ich habe ein Angebot zu machen, das über diese Welt hinaus geht: Ich darf Hoffnung vermitteln. Hoffnung ist eine unerschöpfliche Quelle der Kraft.»

 * Name geändert

WIE SIEHT SEELSORGE IM BETAGTENZENTRUM AUS?

Kleine Momente des Glücks
Walter Amstad, kath. Betagtenseelsorger, feiert Gottesdienste in beiden Häusern der BZE AG, besucht Bewohnerinnen und Bewohner auf Wunsch und ist für sie und ihre Angehörigen da. Er erzählt von der Freude an den kleinen Momenten des Glücks und davon, was für ihn Seelsorge so besonders macht.

Schauen Sie sich den Film dazu an.

KATHOLISCHE GOTTESDIENSTE BEI DER BZE AG

Alp Betagtenzentrum

  • Jeden Dienstagnachmittag und Freitagmorgen ist Walter Amstad im Alp Betagtenzentrum vor Ort.
  • Jeden Samstag um 10.00 Uhr feiern Walter Amstad oder Marco Riedweg in der Kapelle einen katholischen Gottesdienst.
  • Jeweils am 1. Donnerstag im Monat findet in der Kapelle des Alp Betagtenzentrums eine Eucharistiefeier mit Marco Riedweg statt.
  • Kontakt: Walter Amstad, Tel. 041 552 60 20 - auch für Angehörige

Emmenfeld Betagtenzentrum

  • Gabriela Inäbnit schaut bei Bedarf und Wunsch vorbei.
  • Jeden Samstag um 15.30 Uhr feiern Walter Amstad oder Marco Riedweg im Raum der Stille im Emmenfeld Betagtenzentrum einen katholischen Gottesdienst.
  • Kontakt: Gabriela Inäbnit, Tel. 041 552 60 30 - auch für Angehörige

 

28. Juni 2022